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Pirat im Rat: Auf diese Menschen ist Aachen angewiesen

Wer mehr erfahren möchte: Hier gibt es Hintergründe ausführlich. Dafür vielen DAnk!

AachenNews

Bildung, ein zentrales Thema der Piratenpartei, fängt im Kleinkind-Alter an. Entsprechend macht sich die Fraktion der Piraten für gute Arbeitsbedingungen derjenigen stark, in deren Hände Eltern ihre Kinder geben (müssen). Hinten im Bild: Ratsherr Sait Başkaia Bildung, ein zentrales Thema der Piratenpartei, fängt im Kleinkind-Alter an. Entsprechend macht sich die Fraktion der Piraten für gute Arbeitsbedingungen derjenigen stark, in deren Hände Eltern ihre Kinder geben (müssen).  Im Bild: Ratsherr Sait Başkaya

Der Stadtrat von Aachen muss Richtlinien festlegen, nach denen etwa 150 Tagesmütter (es sind auch einige Männer dabei) fast 600 Kinder betreuen. Viele dieser Kinder sind unter 2 Jahre alt. Sie werden von Tagesmüttern und -vätern betreut, weil die Stadt Aachen nicht genug Kitaplätze zur Verfügung stellen kann.

Im Rat der Stadt hat gestern Sait Başkaya, Ratsherr der Fraktion der Piraten, ausführlich dargestellt, dass für die Tagespflege Richtlinien vorgelegt werden müssen, die auch wirklich angemessen sind und nicht wieder, wie die derzeitigen Richtlinien, vom Gericht als illegal, ungerecht, falsch oder unpassend abgeurteilt werden.

Seine Ansprache, für die es aus den Reihen der zahlreich erschienenen Zuhörer Beifall gab, wird hier ungekürzt wiedergegeben (Hervorhebungen von mir):

Dies ist der…

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Protestveranstaltung der IG TP AC

Am 01.03.2017 treten die neuen Richtlinien der Stadt Aachen zur Kindertagespflege in Kraft.

Die Tagespflegepersonen aus Aachen haben ihren Unmut über die neuen Richtlinien im Vorfeld bereits deutlich gemacht.

Es entsteht durch den neuen Umgang mit Fehltagen seitens der Tagespflegepersonen und Kinder ein erheblicher Mehraufwand an Verwaltungsarbeit für die tätigen Tagespflegepersonen.

Die meisten mussten bisher keinerlei Anwesenheitslisten führen. Nun erwartet die Stadt Aachen, dass die Zeiten in denen die Kinder anwesend sind, dokumentiert werden.  Im Endeffekt läuft alles, was die Stadt nun erwartet, auf eine sogenannte „Spitzabrechnung“ hinaus, obwohl das in den Richtlinien so gar nicht formuliert ist.

Die Mitglieder der IG Kindertagespflege / Tagespflegepersonen Aachen sind mit diesen Richtlinien nicht einverstanden!

Immer wieder hört man von Unterstützern: „Man müsste dem Oberbürgermeister mal die ganzen von Euch betreuten Kinder auf den Schreibtisch setzten! Was würde die Stadt ohne Euch machen??“  Am 01.03.2017 um 10 Uhr haben wir diesen Rat im übertragenen Sinn befolgt und auf dem Markt, vor dem Rathaus, gegen die Art und Weise wie mit qualifiziertem Betreuungspersonal in der familienfreundlichen Stadt Aachen umgegangen wird, protestiert!

Einen Vertreter der Stadt Aachen haben wir nicht zu Gesicht bekommen, obwohl die Mahnwache auch in den Aachener Nachrichten angekündigt wurde.

Aber die Presse war reichlich vertreten. Im Hörfunk des WDR 2 konnte man bei den Aachener Lokalnachrichten mehrmals Beiträge hören, die Lokalzeit Aachen im WDR-Fernsehen berichtet am 01.03. von der Mahnwache und den Artikel in den Aachener Nachrichten erwarten wir mit Spannung.

Und natürlich erhoffen sich die in Aachen tätigen Tagespflegepersonen eine schnelle Überarbeitung der Richtlinien und eine korrekte Vorgehensweise der Verwaltung. Zur Zeit ist nämlich sehr unklar, wie diese mit Fehlzeiten umgehen wird.

Es ist gar nicht klar, welche Unterschreitungen bei den Betreuungszeiten relevant sind. Und bei der Abrechnung von Fehltagen zieht die Verwaltung Tage, die sowieso betreuungsfrei gewesen wären (z.B. Samstage, Sonntage), einfach mal pauschal mit ab. Gerechnet werden soll nämlich mit dem jeweils letzten Betreuungstag vor Fehlzeiten und dem ersten Betreuungstag nach den Fehlzeiten….

 

 

neuer Kooperationsvertrag mit einer weiteren Aachener KiTa

Die IG hat nun eine zweite KiTa als Kooperationspartner: Ende letzten Jahres konnten wir im Rahen der Zertifizierung der Städt. Integrative Tageseinrichtung für Kinder „Elsassstraße“, Elsassstraße 64-72, 52068 Aachen als Familienzentrum einen Kooperationsvertrag abschließen.

Wir können nun die Räume der KiTa mit benutzten und an Festen teilnehmen. Auch bei Thema Fortbildungen werden wir uns austauschen. Eltern bekommen Informationen über die Alternative ihr Kind in der Tagespflege betreuen zu lassen.

Bereits vor zwei Jahren konnten wir eine Kooperation mit der städt. KiTa am Pappelweiher begründen.

 

 

 

„… intensiv mit den Vorschlägen der Verwaltung beschäftigen.“

… so war der Eindruck der Aachener Nachrichten von den Fraktionen im Kinder- und Jugendausschuss. „Ich gehe davon aus, dass CDU und SPD das so mittragen“, erklärte der jugendpolitische Sprecher der CDU Peter Tillmanns der AN am 17.11.2016.

Die Aachener Zeitung berichtet nach der Sitzung wie folgt:
http://www.aachener-zeitung.de/lokales/aachen/kindertagespflege-die-naechste-klage-kommt-bestimmt-1.1502997

„Und selbst viele Kinder- und Jugendpolitiker gaben am Dienstagabend unumwunden zu, dass sie nicht die Möglichkeit gehabt hätten, die komplizierte Materie in der Kürze der Zeit, in der die neue Richtlinie nun vorliegt, umfassend analysieren und verstehen zu können.“

Und das, obwohl unsere Kritik an dem Entwurf an den kritischen Punkten konkret, verständlich und  nachvollziehbar begründet, im Vorfeld vorgelegen hat. Der Verein Familiäre Tagesbetreuung e. V. hat in einer Stellungnahme zu allen problematischen Punkten fundierte Änderungsvorschläge ausgearbeitet und der Verwaltung vor der Abstimmung im Kinder- und Jugendausschuss zukommen lassen. Die Stellungnahme wurde nicht beachtet, obwohl Frau Konrath (Geschäftsführerin der Fam. Tagesbetreuung e.V.) auch auf rechtlich problematische Punkte des Entwurfes hingewiesen hat.

Wenn schon Fachpolitiker „keine Möglichkeit“ haben, solch eine komplizierte Materie zu verstehen, warum stimmen sie trotzdem ab? Und geben eine fachliche Empfehlung an den Stadtrat, der sich auf eben diese Expertise verlassen möchte.

Eine Fachfrau für Rechnungsprüfung hat sich die Mühe gemacht und den „Lohn“ einer Tagespflegeperson humorvoll unter die Lupe genommen Tagespflege gerechnet

 

Milchmädchenrechnung

„Bei einem Stundensatz von 5,26 Euro kann eine Tagesmutter rund 61 500 Euro im Jahr verdienen. Nämlich dann, wenn sie fünf Kinder jeweils 45 Stunden die Woche betreut.“

Wenn die Tagespflegeperson aber -wie in der Vorlage angegeben- alle Fehltage abgezogen bekommt, dann erreicht sie diese Einnahmen nur, wenn sie NIE frei hat (also auch nicht Heilig Abend, Silvester oder Rosenmontag), sie NIE krank wird und keines ihrer Kinder mehr als vier Wochen jährlich fehlt UND auch nicht mehr als 8 Wochen erkrankt (und sie keine Eltern hat, die nach mehr als zwei Krankheitswochen des Tageskindes kein Attest beibringen, auch das wird es wahrscheinlich mal geben!)

Aus der Vorlage:
„Ausgehend von einer maximalen Auslastung der Betreuungsplätze und Stundenumfänge würde eine Tagespflegeperson im Jahr circa 11.691 Stunden leisten können (45 Std. x 5 Kinder x 4,33 Wochen x 12 Monate). Unter Zugrundelegung der vorgenannten neuen Förderwerte würde sich somit ein Gesamterlös (Anmerkung: Bruttoeinnahme ohne Abzug von Kosten, Versicherungen und Rücklagen) in Höhe von rund 61.500 € jährlich ergeben, ….. “

11.691 Stunden : 5 Kinder = 2883,2 Stunden pro Jahr…
(nur BETREUUNGSZEIT !! => die Vor- und Nachbereitung ist in dieser Kalkulation nicht enthalten!)
Aber Tagespflegepersonen sind ja bekanntlich belastbar…..

Für neugierige „Milchmädchen“:
Ein Arbeitnehmer arbeitet in Vollzeit übrigens je nach Berechnungsmethode 1650 – 1.700 Stunden im Jahr. Der Arbeitgeber beteiligt sich an Versicherungen und bezahlt Urlaub und Krankheitstage weiter. Alle Abrechnungen, die Vor- und Nachbereitung der „Arbeit“ macht ebenfalls der Arbeitgeber. Mit dem Bruttolohn eines Arbeitnehmers sind die „61.500 €“ also nicht vergleichbar. Eher mit dem Umsatz eines selbstständigen Handwerkers.

Aus der aktuellen Berichterstattung und Leserbriefe in der Lokalpresse:
http://www.aachener-nachrichten.de/lokales/aachen/kuenftig-526-euro-fuer-die-tagesmuetter-1.1493706
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Daran könnte sich die Stadt Aachen ein Beispiel nehmen, oder?

„Derzeit erhalten Tageseltern 5,50 Euro pro Stunde und betreutem Kind. In der Vergangenheit hatten Tageselternvereine schon Initiativen unternommen, um das Gehalt auf 7,50 Euro zu erhöhen. Politisch diskutiert werden derzeit 6,50 Euro, was immerhin ein Schritt wäre.“

Aus einem aktuellen Bericht aus Waiblingen (bei Stuttgart):

10. August 2016:  Tageseltern sein kann sich lohnen